Diese Frage quält Liebhaber guter Weine und führt oft zu sehr lebhaften Diskussionen.
Auf der einen Seite stehen die Verfechter des Korkens, für die jede andere Verschlussart ein unverzeihlicher Fauxpas ist. Das Öffnen einer Weinflasche ist Teil eines sehr feierlichen Rituals, bei dem der Gastgeber darauf bedacht ist, den besten Wein aus seinem Keller zu präsentieren. Wenn der Wein unglücklicherweise, wie es manchmal vorkommt, einen Korkgeschmack aufweist, wird der unglückliche Hausherr zutiefst betrübt sein und den Winzer verfluchen. Auf der anderen Seite stehen die Befürworter des Schraubverschlusses, die mit „dem Korken, diesem absoluten Archaismus“, der für Korkgeschmack verantwortlich und teuer ist, Schluss machen wollen.
Die Statistiken sind in Bezug auf Korkfehler kaum aussagekräftig. Dagegen ist ein Anstieg der Verkaufszahlen von Flaschen mit Schraubverschluss zu verzeichnen, selbst in Frankreich und Italien, wo Traditionen hartnäckig sind. Die Länder der Neuen Weinwelt, wie Kalifornien oder Australien zum Beispiel, sehen die Sache aus einem anderen Blickwinkel; ihre gastronomischen Gewohnheiten unterscheiden sich stark von unseren, und eine Syrah von Penfolds für 60 Franken die Flasche zu entkorken, während man sein Steak auf den Grill wirft, schockiert niemanden.
Aus rein önologischer Sicht ist die Antwort einfacher: Bei Weinen, die zur Reduktion neigen (Cornalin zum Beispiel), ist der Korken unerlässlich. Diese Art des Verschlusses wird auch für ausdrucksstarke fruchtige Weißweine (Petite Arvine, Sauvignon Blanc, Muscat) empfohlen. Blumige Weißweine (Chasselas, Gewürztraminer, Savagnin, Chenin) hingegen fühlen sich in einer Flasche mit Schraubverschluss wohl. Und Weine für lange Lagerung? Für einige prestigeträchtige französische Domaines ist die Verwendung des Schraubverschlusses längst kein Tabuthema mehr, ganz im Gegenteil! Man wird es sehen, oder besser gesagt, in einigen Jahren verkosten.
Die Debatte ist noch lange nicht beendet, die Frage des Verschlusses bleibt vor allem eine Frage der persönlichen Empfindlichkeit, der Kultur, der Erziehung oder der Generation.