Klimaerwärmung: Die Chance des Valais!

Seit Anfang der 2000er Jahre folgen im Valais warme Jahrgänge aufeinander. Mit wenigen Ausnahmen (2004 und 2007) sind hohe, manchmal hitzige Temperaturen zur Norm geworden. Angesichts dieser Entwicklung stellen sich Meteorologen und Agronomen die Frage nach den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Schweizer Weinbau.

Ein Walliser Weinbaugebiet mit grosser Rebsortenvielfalt

Das Valais verfügt über einen grossen Vorteil angesichts der klimatischen Veränderungen: die Vielfalt seiner Rebsorten. Vom Pinot Noir über den Chasselas bis hin zu autochthonen Sorten wie Cornalin oder Heida ermöglicht diese Vielfalt eine bemerkenswerte Anpassung an die wechselnden Bedingungen.

Pinot Noir angesichts steigender Temperaturen

Um zu reife oder „gekochte“ Pinot Noir zu vermeiden, wird ihre Anpflanzung strategisch. Sie werden bevorzugt am linken Rhoneufer oder in Höhenlagen über 700 Metern angebaut. Diese Anpassung ist umso notwendiger, als der Wettbewerb mit anderen Schweizer Weinbauregionen wie Schaffhausen oder dem Zürichsee zunimmt, ganz zu schweigen von den eleganten Blauburgundern aus dem deutschen Rheingau, die für ihre Frische und Fruchtigkeit bekannt sind.

Walliser Rebsorten, die an klimatische Extreme angepasst sind

Humagne Rouge: Hitzebeständigkeit

Als spätreifende Rebsorte par excellence gedeiht die Humagne Rouge an den besten Walliser Hängen. Der Temperaturanstieg scheint ihre Entwicklung nicht zu bremsen, ganz im Gegenteil.

Heida: Die Höhe als Spielwiese

Der Savagnin Blanc, lokal als Heida bekannt, besitzt eine aussergewöhnliche Anpassungsfähigkeit. Er kann bis auf 1’000 Meter Höhe reifen und produziert expressive Weine an beiden Rhoneufern.

Petite Arvine: Eine anspruchsvolle Diva

Als delikate und sensible Rebsorte fürchtet die Petite Arvine sowohl zu fruchtbare Böden als auch Trockenperioden. Sie erfordert ständige Aufmerksamkeit und präzises Fachwissen. Angesichts der immer trockeneren Sommer könnte sie noch anspruchsvoller werden, bleibt aber eine wahre Signatur des Walliser Weinbaus.

Cornalin: Der robuste König des Valais

Der eigenwillige und exklusive Cornalin entfaltet sich voll auf kargen Böden. Kälte- und extremen Bedingungen widerstehend, benötigt er jedoch geringe Erträge, um seine ganze Eleganz zu offenbaren. Schlecht beherrscht, kann er weniger harmonische Weine hervorbringen.

Klimaerwärmung: Zwischen Chance und Wachsamkeit

Dank dieser aussergewöhnlichen Rebsortenvielfalt verfügt das Walliser Weinbaugebiet über solide Vorteile, um sich an die Klimaerwärmung anzupassen. Dieser Reichtum ermöglicht es, die Zukunft mit einer gewissen Gelassenheit zu betrachten, vorausgesetzt, man zeigt gesunden Menschenverstand und kontinuierliche Anpassungsfähigkeit.

Man darf jedoch die Risiken extremer Wetterereignisse nicht ignorieren. Hagel, Frost oder Trockenheit können die Ernten weiterhin stark beeinträchtigen und die Winzer angesichts immer unvorhersehbarerer Phänomene anfälliger machen.

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