Die Goldgelbe Vergilbung

In unseren Weinbergen ist ein Insekt mit dem seltsamen Namen „Scaphoideus titanus“ anzutreffen. Wäre da nicht die Schwere seiner Auswirkungen, könnte man ihm einen fast romantischen Klang zuschreiben. Doch leider hat Scaphoideus titanus, auch bekannt als Rebenzikade, die unglückliche Tendenz, den Pflanzensaft zu saugen, was zum Absterben der Pflanze führt.

Diese Krankheit, die Goldgelbe Vergilbung, ist seit 2004 im Tessin, seit 2015 im Kanton Waadt und seit Oktober 2016 im Valais, in der Region Fully, präsent.

Es ist heute klar erwiesen, dass die globale Erwärmung eine der Ursachen für die Ausbreitung der Krankheit ist. Wir wissen aber auch, dass die Verwendung von kontaminierten Stecklingen, Pfropfreben oder Unterlagen ebenfalls ein Faktor für die Verbreitung der Krankheit von einer Region in eine andere ist.
Für jede Neuanpflanzung oder für den Ersatz fehlender Rebstöcke ist es äußerst wichtig, ausschließlich gesunde und garantierte Rebpflanzen zu verwenden! In der Schweiz gehört die Goldgelbe Vergilbung zu den meldepflichtigen Quarantänekrankheiten gemäß der eidgenössischen Pflanzenschutzverordnung. Daher muss die Inverkehrbringung von Vitis-Pflanzenmaterial durch einen Baumschuler mit einem konformen Pflanzengesundheitspass mit dem Zeichen ZP-d4 versehen sein.

Ab August zeigen sich die ersten Symptome im Weinberg. Sie sind bis zum Laubfall sichtbar. Die befallenen Blätter sind steif, anormal verfärbt und ihre Ränder rollen sich nach unten ein. Bei weißen Rebsorten zeigen die Blätter eine gelbliche Verfärbung, die Blätter roter Rebsorten nehmen eine rote Färbung an. Die Trauben vertrocknen oder welken, das Holz reift nicht aus.
Die Goldgelbe Vergilbung ist eine heimtückische und zerstörerische Krankheit. Die Behandlung mit Insektiziden wird heute empfohlen, um die Zikade in den Regionen, in denen ihre Präsenz nachgewiesen ist, zu bekämpfen. Befallene Rebstöcke werden gerodet und vernichtet. Eine andere Krankheit, die Schwarzholzkrankheit, die seit 1991 im Valais auftritt, verursacht die gleichen Symptome und kann die Erkennung der Goldgelben Vergilbung verschleiern. Nur eine Laboranalyse kann die Ursache der Erkrankung bestimmen.

Der kantonale Landwirtschaftsdienst hat Schulungen für Winzer eingerichtet, um die Symptome der Goldgelben Vergilbung und der Schwarzholzkrankheit zu erkennen. Ab September sind die Winzer nun verpflichtet, den gesamten Weinberg nach kranken Rebstöcken abzusuchen, die sofort gerodet werden. Dies ist ein wesentlicher Schritt zur Erhaltung unseres Weinbauerbes.

Quelle: Landwirtschaftsamt des Kantons Valais

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