Aus klimatischer Sicht war der Sommer 2016 im Valais ein Sommer der Gegensätze. Auf Tage mit großer Sommerhitze folgten regnerische und kühle Tage. Ein Wetter, das leider Pilzkrankheiten wie Oidium und Falschen Mehltau sehr begünstigt, wobei Letzterer im Valais besonders aktiv war. Die Winzer, die ihre Reben im biologischen Anbau bewirtschaften, hatten daher alle Hände voll zu tun, da die Angriffe unerwartet und heftig waren.
In einigen Fällen waren die Schäden irreparabel. Einige unserer Kollegen aus dem Kanton Waadt haben diese bittere Erfahrung ebenfalls gemacht. Viele von ihnen haben sich in diesem Jahr zum ersten Mal am biologischen Weinbau versucht, und einige stehen heute vor Parzellen, die fast vollständig von der Krankheit verwüstet wurden. Muss man den biologischen Weinbau deshalb infrage stellen?
Im Valais werden 35 Hektar nach den Vorgaben des biologischen Weinbaus (Bio Suisse) bewirtschaftet. Unser Unternehmen bewirtschaftet einen großen Teil seiner Parzellen nach denselben Vorgaben. Herbizide sind seit mehreren Jahrzehnten praktisch verbannt. Es kommt nicht infrage, einen Schritt zurückzugehen; unsere Winzer haben die Pflicht, die Umwelt zu respektieren. Antoine de Saint-Exupéry sagte sehr treffend: „Wir erben die Erde nicht von unseren Eltern, wir leihen sie von unseren Kindern.“ Wer die biologischen Grundsätze einhält, ist gezwungen, häufiger in den Weinbergen zu arbeiten; die Arbeit ist anspruchsvoller, akribischer, und die Erträge sind bisweilen mager. Die Erde und die kommenden Generationen werden es ihnen danken – vergessen wir das nie.