Das Valais aus der Sicht von Jean-Jacques Rousseau

Für diese erste Nachricht des Jahres präsentieren wir Ihnen ein Zitat von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778), einem Genfer Schriftsteller, der sich einige Male ins Valais begab und der im Kontakt mit den Wallisern folgende Gedanken festhielt:

„Ich habe immer bemerkt, dass falsche Menschen nüchtern sind, und die große Zurückhaltung bei Tisch kündigt nur allzu oft geheuchelte Sitten und zwiespältige Seelen an. Ein aufrichtiger Mensch fürchtet dieses gespielte liebevolle Geplauder und diese zärtlichen Ergüsse, die der Trunkenheit vorausgehen, weniger; doch muss man wissen, rechtzeitig aufzuhören und dem Übermaß vorzubeugen. Das war mir kaum möglich mit so entschlossenen Trinkern wie den Wallisern, bei Weinen, die so kräftig sind wie ihr Land, und an Tischen, an denen man nie Wasser sah. Wie sollte man sich dazu entschließen, so töricht den Weisen zu spielen und so gute Leute zu verärgern? Ich berauschte mich also aus Dankbarkeit.“

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