{"id":4052,"date":"2020-06-09T12:00:26","date_gmt":"2020-06-09T10:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.rouvinez.com\/blog\/unkategorisiert\/der-fendant-dieser-wein-mit-waadtlaender-urspruengen\/"},"modified":"2026-05-28T10:41:20","modified_gmt":"2026-05-28T08:41:20","slug":"der-fendant-dieser-wein-mit-waadtlaender-urspruengen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dev.rouvinez.com\/de\/blog\/vom-weinberg-zum-wein\/der-fendant-dieser-wein-mit-waadtlaender-urspruengen\/","title":{"rendered":"Der Fendant, dieser Wein mit Waadtl\u00e4nder Urspr\u00fcngen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Chasselas offenbart sich nur jenen, die sich die Zeit nehmen, ihm zuzuh\u00f6ren; er ist eine Einladung zur Reise und erinnert an die Landschaft, aus der er stammt.\u201c Dieser Satz, entnommen aus einer vom Office des Vins Vaudois herausgegebenen Brosch\u00fcre, fasst den Charakter dieser ganz besonderen Rebsorte treffend zusammen. Denn nur wenige Weine verm\u00f6gen das Terroir, in dem sie gedeihen, so getreu wiederzugeben. <strong>Auf kalkhaltigem Boden eher mineralisch und lebhaft, wird er auf granitischem Boden fruchtig und ausdrucksstark<\/strong>.  <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Legenden ranken sich um die Herkunft des Chasselas. Lange schrieb man ihm aufgrund seiner \u00c4hnlichkeit mit einer in \u00c4gypten entdeckten Rebsorte, dem Fayoumi, einen orientalischen Ursprung zu. Danach wurde eine Verbindung zur T\u00fcrkei ins Spiel gebracht, von wo ein Botschafter von Fran\u00e7ois 1er Chasselas-Rebst\u00f6cke mitgebracht haben soll, um die ber\u00fchmte \u201eK\u00f6nigslaube\u201c in Fontainebleau zu bepflanzen. Zwar existiert diese Laube noch, doch der Chasselas stammt definitiv nicht aus der T\u00fcrkei.   <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor etwa zehn Jahren erkl\u00e4rte uns der Walliser Genetiker und Ampelograf Jos\u00e9 Vouillamoz nach Abschluss sehr anspruchsvoller wissenschaftlicher Arbeiten, dass <strong>der Chasselas Waadtl\u00e4nder Ursprungs sein d\u00fcrfte<\/strong>. Der Forscher begn\u00fcgte sich nicht damit, die Rebe genetisch zu untersuchen. Er konsultierte auch historische Dokumente. Einige davon stammen aus dem 14. Jahrhundert und erw\u00e4hnen eine Rebsorte mit dem Namen \u201eLausannois oder Luzannois\u201c.   <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausserdem bezeichnete der Begriff \u201eFendant\u201c fr\u00fcher eine im Kanton Waadt angebaute Rebe, lange bevor sie im Valais verbreitet wurde. Im 19. Jahrhundert investierten zudem zahlreiche Waadtl\u00e4nder in den Weinbau im Valais. Nach und nach gab der Kanton Waadt den Namen Fendant zugunsten der Dorfappellationen auf. Der Fendant wurde damit ausschliesslich walliserisch. Fendant ist eine besondere Traubenart, deren Beeren aufplatzen, wenn man sie zwischen den Fingern presst. Er steht im Gegensatz zum Typ \u201eGiclet\u201c, dessen Trauben spritzen. Allerdings erhielt der Fendant du Valais erst 1966 seine gesch\u00fctzte Appellation. Und das nach dreissig Jahren politischer und weinbaulicher Irrungen und Wirrungen!       <\/p>\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn sie sich geschmacklich unterscheiden, haben die Chasselas aus den beiden gr\u00f6ssten Weinbaukantonen die Geselligkeit gemeinsam, die sich rund um ein gutes Glas dieses kostbaren Getr\u00e4nks entfaltet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Chasselas offenbart sich nur jenen, die sich die Zeit nehmen, ihm zuzuh\u00f6ren; er ist eine Einladung zur Reise und erinnert an die Landschaft, aus der er stammt.\u201c Dieser Satz, entnommen aus einer vom Office des Vins Vaudois herausgegebenen Brosch\u00fcre, fasst den Charakter dieser ganz besonderen Rebsorte treffend zusammen. 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